Wissenschaftlicher Stil: Regeln, Tipps & Dos and Don'ts

Wissenschaftlicher Stil: Regeln, Tipps & Dos and Don'ts

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David BorgerGründer & CEO

Wissenschaftlich schreiben bedeutet nicht, möglichst kompliziert zu formulieren. Im Gegenteil: Guter wissenschaftlicher Stil zeichnet sich durch Klarheit, Präzision und Sachlichkeit aus. Trotzdem tappen viele Studierende in typische Fallen – sie schreiben zu umgangssprachlich, zu subjektiv oder zu verschachtelt. Dieser Artikel zeigt dir, worauf es beim wissenschaftlichen Stil ankommt und welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest.

Merkmale des wissenschaftlichen Stils

Wissenschaftliches Schreiben hat klare Merkmale, die es von anderen Textformen unterscheiden. Diese Merkmale sind keine willkürlichen Konventionen, sondern dienen einem Zweck: Sie machen Forschung nachvollziehbar, überprüfbar und objektiv.

  • Objektivität – persönliche Meinungen und Wertungen werden zurückgehalten, Aussagen durch Quellen belegt
  • Sachlichkeit – kein emotionaler oder wertender Sprachgebrauch, keine Übertreibungen
  • Präzision – Begriffe werden exakt und konsistent verwendet, Mehrdeutigkeiten vermieden
  • Nachvollziehbarkeit – Argumentation ist logisch aufgebaut, Quellen sind überprüfbar
  • Unpersönlichkeit – Vermeidung der Ich-Form (sofern nicht explizit erlaubt), Passivkonstruktionen oder unpersönliche Formulierungen
  • Fachsprachlichkeit – Verwendung der korrekten Fachterminologie, die beim ersten Auftreten erklärt wird

Dos and Don'ts im wissenschaftlichen Schreiben

Die folgende Tabelle gibt dir einen schnellen Überblick über typische Formulierungen, die du in wissenschaftlichen Texten verwenden solltest – und solche, die du vermeiden solltest.

Do (wissenschaftlich)Don't (unwissenschaftlich)
Die Ergebnisse legen nahe, dass...Die Ergebnisse beweisen eindeutig, dass...
Es lässt sich feststellen, dass...Ich finde, dass...
Die Studie weist Limitationen auf.Die Studie ist natürlich nicht perfekt.
Müller (2020) argumentiert...Müller hat mal geschrieben, dass...
Wie in Abschnitt 3 dargelegt wurde...Wie schon gesagt...
Die Daten zeigen einen signifikanten Unterschied.Die Daten zeigen einen riesigen Unterschied.
Es ist zu konstatieren, dass...Man muss sagen, dass...
Dies bedarf weiterer Forschung.Da müsste man nochmal genauer hinschauen.

Häufige Stilfehler vermeiden

Der häufigste Stilfehler in wissenschaftlichen Arbeiten ist Umgangssprache, die sich unbewusst einschleicht. Formulierungen wie „irgendwie", „ziemlich", „halt" oder „natürlich" haben in einer Abschlussarbeit nichts zu suchen. Ebenso problematisch sind Füllwörter wie „eigentlich", „ja", „eben" und „sozusagen", die den Text aufblähen, ohne Information hinzuzufügen. Ein weiterer häufiger Fehler sind unbelegte Behauptungen. Aussagen wie „Es ist allgemein bekannt, dass..." oder „Jeder weiß, dass..." sind in wissenschaftlichen Texten nicht zulässig, wenn sie nicht durch eine Quelle belegt werden. Was allgemein bekannt ist, ist subjektiv – belege es oder streiche es. Übermäßig lange und verschachtelte Sätze sind ebenfalls ein Stilproblem. Wissenschaftlich zu schreiben bedeutet nicht, möglichst komplexe Satzstrukturen zu bauen. Im Gegenteil: Kurze, klare Sätze sind oft verständlicher und überzeugender. Wenn ein Satz mehr als drei Zeilen umfasst, solltest du prüfen, ob du ihn teilen kannst. Achte auch auf Nominalisierungen. Der wissenschaftliche Stil neigt zum Nominalstil, aber ein Übermaß an Nominalisierungen macht den Text schwerfällig und schwer lesbar. „Die Durchführung der Untersuchung erfolgte unter Berücksichtigung der Einhaltung ethischer Richtlinien" ist grammatisch korrekt, aber stilistisch schlecht. Besser: „Die Untersuchung wurde unter Einhaltung ethischer Richtlinien durchgeführt."

Tipp
Lies deine Arbeit mit der Frage: „Würde ich das so in einem Gespräch mit Freunden sagen?" Wenn ja, ist die Formulierung wahrscheinlich zu umgangssprachlich. Lies dann nochmal mit der Frage: „Versteht jemand den Satz beim ersten Lesen?" Wenn nein, ist er wahrscheinlich zu verschachtelt. Guter wissenschaftlicher Stil liegt zwischen diesen beiden Extremen.

Fazit

Wissenschaftlicher Stil ist kein Selbstzweck, sondern dient der klaren Vermittlung von Forschungsergebnissen. Sachlichkeit, Präzision und Objektivität sind die drei Grundpfeiler. Vermeide Umgangssprache, unbelegte Behauptungen und übermäßig komplexe Satzstrukturen. Wenn du unsicher bist, ob dein Text stilistisch angemessen ist, lass ihn von myessay.io prüfen – das Tool erkennt umgangssprachliche Formulierungen und schlägt wissenschaftlichere Alternativen vor.

Häufig gestellte Fragen