Richtig gendern in der Bachelorarbeit: Regeln & Beispiele

Richtig gendern in der Bachelorarbeit: Regeln & Beispiele

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David BorgerGründer & CEO

Geschlechtergerechte Sprache ist an vielen Hochschulen mittlerweile ein fester Bestandteil wissenschaftlichen Schreibens. Ob Genderstern, Doppelpunkt oder Doppelnennung — die Möglichkeiten sind vielfältig, und die Vorgaben variieren von Uni zu Uni. Wer falsch oder inkonsistent gendert, riskiert Punktabzug oder formale Beanstandungen. In diesem Artikel erklären wir die gängigsten Gendervarianten und geben dir Tipps für konsistentes Gendern in deiner Bachelorarbeit.

Warum gendern?

Geschlechtergerechte Sprache soll sicherstellen, dass sich alle Geschlechter in wissenschaftlichen Texten gleichermaßen angesprochen fühlen. Viele Hochschulen haben inzwischen eigene Leitfäden zum Gendern veröffentlicht und erwarten, dass ihre Studierenden diese umsetzen. Unabhängig von der persönlichen Haltung zum Thema ist es wichtig, die Anforderungen deiner Hochschule zu kennen und zu befolgen. Gendergerechtes Schreiben ist Teil des wissenschaftlichen Handwerkzeugs und zeigt Sorgfalt im Umgang mit Sprache.

Gendervarianten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, geschlechtergerecht zu formulieren. Jede Variante hat Vor- und Nachteile in Bezug auf Lesbarkeit, Inklusivität und formale Akzeptanz. Die Wahl hängt vor allem von den Vorgaben deiner Hochschule ab. Wichtig ist, dass du dich für eine Variante entscheidest und diese durchgehend verwendest. Ein Wechsel zwischen verschiedenen Formen innerhalb einer Arbeit wirkt unprofessionell.

Beispiel
Vorher: „Der Student muss seine Arbeit fristgerecht beim Prüfer einreichen. Jeder Teilnehmer sollte seinen Betreuer kontaktieren." — Nachher (Doppelnennung): „Die Studentin bzw. der Student muss ihre bzw. seine Arbeit fristgerecht bei der Prüferin bzw. dem Prüfer einreichen." — Nachher (Genderstern): „Der*die Student*in muss die Arbeit fristgerecht bei dem*der Prüfer*in einreichen." — Nachher (neutral): „Studierende müssen ihre Arbeit fristgerecht bei der Prüfungsstelle einreichen. Alle Teilnehmenden sollten die betreuende Person kontaktieren."
  • Doppelnennung: Studentinnen und Studenten — am ausführlichsten, aber textlängenintensiv
  • Genderstern: Student*innen — weit verbreitet, inkludiert alle Geschlechter
  • Doppelpunkt: Student:innen — zunehmend beliebt, gut lesbar für Screenreader
  • Schrägstrich: Student/innen — klassische Form, aber weniger inklusiv
  • Neutralisierung: Studierende — geschlechtsneutrale Formulierung, wo möglich die eleganteste Lösung

Regeln der Uni beachten

Bevor du mit dem Schreiben beginnst, informiere dich über die Gendervorgaben deiner Hochschule. Manche Universitäten erlauben nur bestimmte Formen, andere lassen dir die Wahl. Einige Fachbereiche lehnen den Genderstern ab, während andere ihn ausdrücklich empfehlen. Prüfe den Leitfaden deiner Uni und halte im Zweifel Rücksprache mit deinem Betreuer. Die gewählte Form solltest du in deiner Arbeit kurz begründen, zum Beispiel in einer Fußnote auf der ersten Seite.

Tipps für konsistentes Gendern

Konsistenz ist beim Gendern das Wichtigste. Entscheide dich vor dem Schreiben für eine Variante und halte sie in der gesamten Arbeit durch. Nutze wo möglich geschlechtsneutrale Formulierungen wie „Studierende" statt „Student*innen", da diese den Lesefluss weniger unterbrechen. Achte auch in Überschriften, Bildunterschriften und Fußnoten auf korrekte Genderform. Bei myessay.io kannst du deine Texte auf einheitliches Gendern prüfen lassen, um sicherzustellen, dass dir keine Stelle entgeht.

Fazit

Geschlechtergerechte Sprache gehört heute zum wissenschaftlichen Standard. Informiere dich über die Vorgaben deiner Hochschule, wähle eine passende Variante und setze sie konsequent um. Mit neutralen Formulierungen und einem bewussten Umgang mit Sprache schreibst du eine Bachelorarbeit, die inhaltlich und formal überzeugt.

Häufig gestellte Fragen