Dissertation Plagiatsprüfung: So gehst du auf Nummer sicher

Dissertation Plagiatsprüfung: So gehst du auf Nummer sicher

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David BorgerGründer & CEO

Plagiat in der Dissertation – allein das Wort löst bei den meisten Doktoranden Schweißausbrüche aus. Und das aus gutem Grund: Ein nachgewiesenes Plagiat kann zur Aberkennung des Doktortitels führen, selbst Jahre nach der Promotion. Die prominenten Fälle der letzten Jahre (Guttenberg, Schavan, Giffey) haben das Thema in die breite Öffentlichkeit gebracht. Aber nicht jedes Plagiat passiert absichtlich – Flüchtigkeitsfehler beim Zitieren, vergessene Quellenangaben oder unbewusst übernommene Formulierungen können genauso zum Problem werden. Deshalb ist eine gründliche Plagiatsprüfung vor der Abgabe keine Paranoia, sondern professionelle Sorgfalt.

Warum ist eine Plagiatsprüfung so wichtig?

Die Zeiten, in denen man unbemerkt fremde Texte in seine Dissertation einbauen konnte, sind definitiv vorbei. Heute setzen die meisten deutschen Universitäten systematisch Plagiatssoftware ein – entweder bei der Einreichung oder stichprobenartig. Aber die Software ist nur ein Teil des Problems. Gutachter kennen die Literatur ihres Fachgebiets oft in- und auswendig und merken stilistische Brüche sofort. Und dann gibt es natürlich die Community: Plattformen wie VroniPlag Wiki haben gezeigt, dass Plagiate auch Jahre später noch aufgedeckt werden können. Die Konsequenzen sind drastisch: Wird ein Plagiat nachgewiesen, kann der Doktortitel aberkannt werden – und das ist kein abstraktes Risiko, sondern passiert tatsächlich regelmäßig. Darüber hinaus ist deine wissenschaftliche Reputation ruiniert. Kein Arbeitgeber in der Wissenschaft wird dich mit einer Plagiatsaffäre einstellen. Aber die Plagiatsprüfung ist nicht nur eine Absicherung gegen Betrugsvorwürfe. Sie hilft dir auch, deine eigene Arbeit zu verbessern. Wenn die Software eine hohe Übereinstimmung mit einer Quelle zeigt, kannst du prüfen, ob du richtig zitiert hast, und im Zweifel nachbessern.

Wie funktioniert eine Plagiatsprüfung?

Plagiatsprüfungssoftware vergleicht deinen Text mit einer riesigen Datenbank aus wissenschaftlichen Publikationen, Büchern, Webseiten und anderen Dissertationen. Das Ergebnis ist ein sogenannter Ähnlichkeitsbericht (Similarity Report), der zeigt, welche Textpassagen Übereinstimmungen mit anderen Quellen aufweisen – und wie hoch der prozentuale Anteil ist. Wichtig zu verstehen: Ein hoher Ähnlichkeitswert bedeutet nicht automatisch ein Plagiat. Korrekte Zitate, Literaturverzeichnisse, Fachbegriffe und Standardformulierungen erzeugen natürliche Übereinstimmungen. Ein Ähnlichkeitswert von 15-25 % ist bei einer Dissertation mit vielen Zitaten durchaus normal. Entscheidend ist, ob die markierten Stellen korrekt als Zitate gekennzeichnet sind. Die Software erkennt verschiedene Formen: wörtliche Übernahmen (Copy-Paste), Paraphrasierungen (leicht umformulierte Texte), übernommene Argumentationsstrukturen und Übersetzungsplagiate (aus einer anderen Sprache übersetzt). Keine Software ist perfekt – manche Formen wie Ideenplagiate (du übernimmst die Idee, aber nicht den Wortlaut) werden oft nicht erkannt. Deshalb ersetzt die Software nicht dein eigenes gewissenhaftes Arbeiten.

Tools und Anbieter im Überblick

Es gibt verschiedene Anbieter für Plagiatsprüfungen, die sich in Datenbankgröße, Funktionsumfang und Preis unterscheiden. Turnitin ist der Marktführer im akademischen Bereich und wird von vielen Universitäten lizenziert – frag bei deiner Uni nach, ob du als Doktorand Zugang hast. Die Datenbank ist riesig und umfasst Millionen von wissenschaftlichen Arbeiten. iThenticate ist die Premium-Version von Turnitin, speziell für Forscher und Autoren gedacht, und kostet als Einzelnutzer um die 100 Dollar pro Prüfung. PlagScan (jetzt Ouriginal) ist ein europäischer Anbieter mit guter Abdeckung deutschsprachiger Quellen – ein wichtiger Punkt, den viele übersehen, weil amerikanische Tools bei deutschen Texten Schwächen haben können. Daneben gibt es kostenlose Tools wie Grammarly (begrenzte Plagiatsfunktion) oder DupliChecker, die aber für eine Dissertation nicht ausreichen, weil ihre Datenbanken zu klein sind. Mein Rat: Nutze mindestens ein professionelles Tool und ergänze es durch eine eigene kritische Durchsicht deiner Quellenverweise. Wenn deine Universität Turnitin oder ein vergleichbares Tool anbietet, nutze es unbedingt – es ist quasi der Industriestandard.

Achtung
Ein oft übersehenes Thema ist das Selbstplagiat. Wenn du Textpassagen aus eigenen früheren Arbeiten – Masterarbeit, Seminararbeiten, Konferenzbeiträge – in deine Dissertation übernimmst, ohne es kenntlich zu machen, gilt das als Plagiat. Das betrifft besonders kumulative Dissertationen, bei denen der Rahmentext manchmal Formulierungen aus den Einzelpublikationen enthält. Auch wenn du selbst der Autor bist: Kennzeichne übernommene Stellen immer als Selbstzitat.

Fazit: Plagiatsprüfung gehört zur Qualitätssicherung

Eine gründliche Plagiatsprüfung ist keine Misstrauenserklärung gegen dich selbst – sie ist ein professioneller Qualitätscheck, der dir Sicherheit gibt. Führe sie durch, bevor du deine Dissertation einreichst, und nimm dir die Zeit, den Ähnlichkeitsbericht sorgfältig auszuwerten. So kannst du eventuelle Zitierfehler noch korrigieren und gehst mit einem guten Gefühl in die Abgabe. Und ganz ehrlich: Nach Jahren harter Arbeit willst du nicht, dass ein vergessenes Anführungszeichen dir zum Verhängnis wird. Die Investition in eine professionelle Plagiatsprüfung – ob über die Uni oder als eigener Kauf – ist jeden Cent wert.

Häufig gestellte Fragen