Problemstellung formulieren: Leitfaden für die Bachelorarbeit

Problemstellung formulieren: Leitfaden für die Bachelorarbeit

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David BorgerGründer & CEO

Die Problemstellung bildet das Fundament deiner Bachelorarbeit. Sie beschreibt, welches wissenschaftliche Problem du untersuchst und warum es relevant ist. Ohne eine klare Problemstellung fehlt deiner Arbeit die Begründung — der Leser versteht nicht, warum deine Untersuchung überhaupt notwendig ist. In diesem Leitfaden zeigen wir dir, was eine gute Problemstellung ausmacht, wie du sie formulierst und welche Fehler du vermeiden solltest.

Was ist eine Problemstellung?

Die Problemstellung beschreibt eine Lücke, einen Widerspruch oder ein ungelöstes Problem im aktuellen Forschungsstand. Sie zeigt auf, dass in einem bestimmten Bereich Handlungsbedarf besteht — sei es durch fehlende Erkenntnisse, widersprüchliche Studienergebnisse oder neue Entwicklungen, die bisherige Annahmen infrage stellen. Die Problemstellung steht in der Regel in der Einleitung deiner Arbeit und bildet die Brücke zwischen dem Thema und deiner Forschungsfrage.

Aufbau einer Problemstellung

Eine überzeugende Problemstellung folgt einem klaren Aufbau. Beginne mit dem breiteren Kontext deines Themas und führe den Leser schrittweise zum konkreten Problem hin. Dabei empfiehlt sich eine Trichterstruktur: vom Allgemeinen zum Spezifischen.

Beispiel
Die Digitalisierung der Hochschullehre hat durch die COVID-19-Pandemie einen beispiellosen Schub erfahren. Während viele Universitäten ihre Lehre vollständig auf digitale Formate umgestellt haben, fehlen empirische Belege dafür, ob und in welchem Maße diese Umstellung die Lernergebnisse beeinflusst. Bisherige Studien konzentrieren sich überwiegend auf die Zufriedenheit Studierender, nicht aber auf messbare Leistungsunterschiede. Diese Forschungslücke ist problematisch, da Hochschulen aktuell grundlegende Entscheidungen über die zukünftige Gestaltung ihrer Lehrformate treffen müssen — ohne fundierte Datengrundlage.
  1. Kontext herstellen — Ordne das Thema in den größeren Zusammenhang ein und zeige seine Relevanz.
  2. Forschungsstand skizzieren — Fasse zusammen, was bereits bekannt ist und welche Erkenntnisse vorliegen.
  3. Forschungslücke identifizieren — Zeige auf, was noch nicht erforscht, unklar oder widersprüchlich ist.
  4. Relevanz begründen — Erkläre, warum es wichtig ist, diese Lücke zu schließen.
  5. Zur Forschungsfrage überleiten — Leite aus dem Problem deine konkrete Forschungsfrage ab.

Beispielformulierungen

Für den Kontext: „Die Digitalisierung hat die Art und Weise, wie Unternehmen mit Kunden kommunizieren, grundlegend verändert." Für die Forschungslücke: „Trotz zahlreicher Studien zur Online-Kommunikation ist bislang unklar, welche Strategien im B2B-Bereich besonders wirksam sind." Für die Relevanz: „Diese Wissenslücke ist von praktischer Bedeutung, da Unternehmen zunehmend auf datengetriebene Kommunikationsstrategien setzen." Mit myessay.io kannst du deine Problemstellung direkt in die Gliederung einbetten und sicherstellen, dass sie logisch zur Forschungsfrage überleitet.

Problemstellung vs. Forschungsfrage

Viele Studierende verwechseln Problemstellung und Forschungsfrage. Die Problemstellung beschreibt das übergeordnete Problem oder die Wissenslücke — sie ist eine Darstellung eines Zustands. Die Forschungsfrage hingegen ist die konkrete Frage, die du auf Basis der Problemstellung formulierst und durch deine Untersuchung beantworten willst. Vereinfacht gesagt: Die Problemstellung erklärt das „Warum", die Forschungsfrage das „Was".

Fazit

Eine klar formulierte Problemstellung zeigt dem Prüfer, dass du dein Thema verstanden hast und deine Untersuchung einen berechtigten Grund hat. Nimm dir die Zeit, die Forschungslücke sorgfältig herauszuarbeiten und ihre Relevanz überzeugend darzustellen. Eine starke Problemstellung macht den Rest deiner Arbeit deutlich einfacher.

Häufig gestellte Fragen